Wenn man einmal den Weg in die für sich richtige Richtung eingeschlagen hat, durchläuft man verschiedene Ebenen. So war es zumindest bei mir. Ich bin gestartet bei „Ich mache alles falsch“ und bin aktuell bei „Ich mache Fehler, aber das ist okay“. Meine Entwicklung ist noch nicht am Ziel. Aber gibt es überhaupt ein Ziel? Vor vielen Jahren hatte ich eine Diskussion darüber, ob „der Weg das Ziel“ oder „das Ziel der Weg“ ist. Damals, mit Anfang zwanzig, war mir das zu philosophisch. Mittlerweile denke ich: Der Weg ist das Ziel. Für mich bedeutet das, dass es keinen endgültigen Punkt gibt, an dem ich fertig bin. Und das finde ich gut. Ich möchte mich weiterentwickeln. Ich trage Schicht für Schicht ab, was nicht mehr zu mir gehört. Ist das schön? Nö, nicht wirklich. Es ist anstrengend und erschöpft mich oft. Aber die Erkenntnisse, die ich dabei gewinne, sind für mich unbezahlbar. Und das Gefühl, mich selbst dabei besser zu verstehen, ist manchmal geradezu berauschend.
Und mit dieser Einstellung kommen auch Erkenntnisse. Wie heute: Ich muss mir oder meinen Liebsten nicht immer erklären, warum ein anderer Mensch handelt, wie er handelt. Aus meiner Sicht sage ich damit "Nein" zu mir, denn ich relativiere und mildere das Verhalten damit ab, obwohl es mich verletzt. Ich darf sagen "Das ist scheiße!". Nur bleibe ich heute nicht mehr in dieser Haltung stecken. Ich investiere keine Energie mehr. Agiert ein Mensch immer wieder verletztend, dann darf ich, in reiner Selbstliebe zu mir, sagen, dass ich mich von dieser Person distanziere. Egal welche Rolle dieser Mensch in meinem Leben spielt.
In diesem Sinne: Liebt euch selbst genug das zu tun!
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